Spitzbergen Kreuzfahrt mit dem Expeditionsschiff 2024 – 2025

von Roland Kock

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Warum eine Spitzbergen Kreuzfahrt?

Die Entscheidung für eine Spitzbergen Kreuzfahrt fiel leicht. Als Abenteurer suche ich immer nach außergewöhnlichen Geschichten und Orten. Spitzbergen, die arktische Inselgruppe Svalbard, ist faszinierend und voller Kontraste. Die Expeditionskreuzfahrt ermöglichte mir, abgelegene und unberührte Landschaften zu erkunden.

Von den schneebedeckten Bergen bis zu den weiten Gletschern, die Natur ist überwältigend. Die Tierwelt hier ist einzigartig. Eisbären, Walrosse, Robben und zahlreiche Vogelarten lassen sich in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Die Geschichte Spitzbergens ist ebenso spannend. Alte Walfangstationen wie Smeerenburg und historische Bergbausiedlungen erzählen von vergangenen Zeiten. Während der Reise lernt man viel über die Herausforderungen und Errungenschaften der Arktisforscher.

Spitzbergen Kreuzfahrt durch das Packeis
Spitzbergen Kreuzfahrt durch das Packeis.

Eine Spitzbergen-Kreuzfahrt ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine lehrreiche Erfahrung. Die Möglichkeit, Orte wie den 14. Juli-Gletscher oder Ny-Ålesund zu besuchen, ist einmalig. Diese Reise hat mir nicht nur atemberaubende Eindrücke, sondern auch tiefe Einblicke in die arktische Umwelt und ihre Bedeutung vermittelt.

Zusammenfassend war die Kreuzfahrt eine Reise zu den Grenzen der Zivilisation und Natur. Sie hat mich inspiriert und mir unvergessliche Momente beschert. Eine Spitzbergen Kreuzfahrt kann ich jedem empfehlen, der das Besondere sucht und die Schönheit der Arktis erleben möchte.

Die Hauptstadt Longyearbyen

Longyearbyen, die größte Siedlung auf Spitzbergen, beeindruckt mit ihrer einzigartigen Atmosphäre. Gegründet 1906 vom US-amerikanischen Unternehmer John Munroe Longyear (1850-1922), begann die Stadt als Bergarbeiterstadt. Nach der Zerstörung 1943 durch die deutsche Wehrmacht wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

Mein Besuch führte mich zur Svalbard Kirke. Beim Betreten musste ich meine Schuhe ausziehen. Diese Tradition stammt aus der Bergbaugeschichte des Ortes, um Kohlenschmutz fernzuhalten. Die schlichte Holzkirche bot mir Ruhe und Besinnung.

Ein weiteres faszinierendes Ziel war die globale Saatgutbank (Svalbard Global Seed Vault). Wir fuhren mit dem Bus durch Serpentinen zum Berg. Der Eingang liegt hoch über dem Fjord. Diese Lage schützt das Saatgut bei Meeresspiegel-Anstieg. Selbst bei kompletten Eisschmelzen auf der Erde dringt kein Wasser ein. Die Saatgutbank sichert die genetische Vielfalt der Pflanzenwelt.

Longyearbyen liegt im Longyeardalen, einem typischen U-Tal mit steilen Hängen und flachem Grund. Das Tal wurde während der letzten Eiszeit durch einen Gletscher gebildet. Es wird noch immer durch den Longyearbreen-Gletscher abgeschlossen.

Poolepynten auf Prins Karls Forland

Poolepynten, eine Landzunge auf Spitzbergen, fasziniert mit ihrer wilden Schönheit. Die Ostküste des Prins Karls Forland erstreckt sich über 1,5 Kilometer.

Mit Zodiac-Expeditionsbooten erreichten wir die abgelegene Landzunge. Lautlos pirschten wir uns von der Landseite an die Walrosskolonie heran. Fünf Eisbärenwächter mit Gewehren bewachten die Umgebung zu unserer Sicherheit.

Treibholz an der Landzunge Poolepynten auf Spitzbergen
Treibholz an der Landzunge Poolepynten auf Spitzbergen.

Die majestätischen Walrosse ruhten friedlich, unbeeindruckt von unserer Anwesenheit. Überall lag Treibholz verstreut, Zeugnis der starken Gezeiten und Strömungen.

Poolepynten liegt in der Meerenge Forlandsundet und im Forlandet-Nationalpark. Benannt nach dem britischen Walfänger Jonas Poole (1566 – 1612), ist diese Region ein Paradies für Wildtierbeobachtungen. Die Stille und unberührte Natur vermittelten ein tiefes Gefühl von Einsamkeit und Frieden.

Gestrandetes Treibgut an der Landzunge Poolepynten auf Spitzbergen
Gestrandetes Treibgut an der Landzunge Poolepynten auf Spitzbergen.


Unser Angebot:
Expedition Spitzbergen-Umrundung
Mythos, Magie und Mitternachtssonne (inkl. Flug)
Veranstalter: Hapag Lloyd Cruises
Datum: 21.06.2025 – 01.07.2025
Dauer: 10 Tage
Schiff: MS HANSEATIC spirit
Preis: ab 8.541 € pro Person



Ny-Ålesund im Kongsfjord

Ny-Ålesund, die nördlichste bewohnte Siedlung der Welt, bietet einzigartige Eindrücke. Die kleinen, bunten Holzhäuser vor schneebedeckten Bergen schaffen eine beeindruckende Szenerie.

Hier leben im Winter etwa 30, im Sommer rund 120 Menschen. Der Ort wurde 1916 gegründet und begann als Kohlebergbausiedlung. Heute ist Ny-Ålesund eine wichtige zivile Forschungsstation für internationale Arktisforschung.

Das ehemalige Postamt in Ny-Ålesund auf Spitzbergen
Das nördlichste Postamt der Welt befand sich in Ny-Ålesund auf Spitzbergen.

Die strikten Funkverbote im Umkreis von 20 km schützen die sensiblen Forschungsarbeiten. Als ich durch die Siedlung ging, fiel die Ruhe und Abgeschiedenheit sofort auf. Die Forschungsgebäude sind modern und zweckmäßig, doch die Geschichte ist allgegenwärtig.

Der Kongsfjord im Nordwesten von Spitzbergen
Der Kongsfjord im Nordwesten von Spitzbergen. Im Norden und Osten kalben Gletscher wie der Kongs-, der Conway- und der Blomstrandbreen direkt in den Fjord. Bereits im 17. Jahrhundert wurde der Kongsfjord regelmäßig von Walfängern aufgesucht. Henry Hudson benannte ihn im Jahr 1607 „Whales Bay“.

Der Ort ist von einer beeindruckenden Berglandschaft geprägt. Die Gipfel erreichen bis zu 800 Meter Höhe. Der auffällige rötliche Sandstein erinnert daran, dass Svalbard einst auf dem Breitengrad Nordafrikas lag.

Die alte Telegrafenstation in Ny-Ålesund auf Spitzbergen
Die alte Telegrafenstation in Ny-Ålesund auf Spitzbergen. Im Frühjahr 1926 reiste der Polarforscher Roald Amundsen hierher, um seine Uhr auf die Pariser Zeit einzustellen, während er auf den Beginn seiner Expedition zum Nordpol wartete. Von diesem Ort aus wurden auch seine verzweifelten Notrufe empfangen, als sein Flugzeug in der eisigen Wüste abstürzte.

Ny-Ålesunds Geschichte als Ausgangspunkt berühmter Arktisexpeditionen ist faszinierend. Roald Amundsen (1872-1928) startete von hier zusammen mit Lincoln Ellsworth (1880-1951) seinen Flug zum Nordpol (1925), ebenso wie Umberto Nobile (1875-1978) mit den Luftschiffen Norge (1926) und Italia (1928). Die Atmosphäre in Ny-Ålesund ist einzigartig und lässt den Besucher die Bedeutung der Arktisforschung spüren. Trotz der extremen Bedingungen wird hier zukunftsweisende Arbeit geleistet.

Der Ankermast für das Luftschiff "Norge" in Ny-Ålesund auf Spitzbergen
Der Ankermast für das Luftschiff „Norge“ in Ny-Ålesund auf Spitzbergen. Amundsen, Ellsworth und Nobile starteten 1926 von hier aus zur ersten Überquerung des Nordpols.

Hurtigruten Spitzbergen Route


Unser Angebot:
Expedition rund um Spitzbergen
Im Reich des Eisbären (inkl. Flug)
Veranstalter: HX Hurtigruten Expeditions
Datum: 14.06.2025 – 24.06.2025
Dauer: 10 Tage
Schiff: MS Fram
Preis: ab 9.881 € pro Person



14. Juli-Gletscher im Krossfjord

Wir landeten mit Zodiacs am Ufer des Krossfjords. Von der Landestelle lief ich zur 30 Meter hohen Gletscherfront.

Der 14. Juli-Gletscher erstreckt sich über 16 km und umfasst 127 km². Er liegt im Haakon VII Land auf Spitzbergen und ehrt den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli.

14. Juli-Gletscher am Krossfjord auf Spitzbergen
14. Juli-Gletscher am Krossfjord auf Spitzbergen

Blau-weiße Eismassen des Gletschers bilden einen starken Kontrast zu den dunklen Bergen. Eis kalbt auch hier wie bei vielen anderen Gletschern, wobei Eisberge und kleine Eisbrocken entstehen.

Diese schwimmenden Eismassen ziehen Tiere wie Robben und Eisbären an. Auch eine Vielzahl von Vögeln nutzt das Eis als Sammelpunkte.

Der Anblick des Gletschers und der umliegenden Landschaft ist atemberaubend. Die Natur zeigt hier ihre ungezähmte Schönheit und Vielfalt. Ein Besuch am 14. Juli-Gletscher ist ein unvergessliches Erlebnis in der Arktis.


Hurtigruten Spitzbergen Linie Route

Unser Angebot:
Die Spitzbergen-Linie
Bergen – Spitzbergen – Bergen
Veranstalter: Hurtigruten
Reisetermine: Mai – September 2025
Dauer: 15 Tage
Schiff: MS Trollfjord
Preis: ab 4.199 € pro Person



Smeerenburg auf der Insel Amsterdamøya

Mit den Expeditionsbooten landeten wir sicher an der Küste von Smeerenburg. Niederländische Walfänger nutzten diesen Ort erstmals 1614. Vermutlich wurden 1619 die ersten festen Gebäude errichtet.

Während der intensiven Walfangphase war Smeerenburg das Zentrum der Aktivitäten. In den 1630er-Jahren erreichte der Ort seinen Höhepunkt. Acht Trankessel wurden zur Tranherstellung aus Walblubber genutzt. Siebzehn oder achtzehn Gebäude standen hier in voller Pracht.

Überreste eines Kessels zur Tranherstellung aus Walblubber in Smeerenburg auf Spitzbergen
Überreste eines Kessels zur Tranherstellung aus Walblubber in Smeerenburg auf Spitzbergen

In den Sommermonaten lebten zu 200 Holländer und Dänen in Smeerenburg. Im Winter war der Ort verlassen. Nur 1633/34 überwinterte Jacob van der Brugge mit sechs Männern, um die Einrichtungen vor Konkurrenten zu schützen.

In den 1640er-Jahren begann der wirtschaftliche Abstieg Smeerenburgs. Die Anzahl der Wale vor der Küste nahm schnell ab.

Um 1660 wurde die Station endgültig aufgegeben. Heute sind von den Gebäuden nur noch Grundmauern zu sehen. Seit 1973 gehören die Ruinen von Smeerenburg zum Nordwest-Spitzbergen-Nationalpark.

Fortsetzung folgt …

Portrait Autor
Roland Kock
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